Kolumne
Eine Kolumne ist im Kern ein persönlicher, regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag, der eine individuelle Stimme trägt und
nicht vorgibt, neutral zu sein. Sie lebt von Haltung, Stil und Perspektive - genau das, was du in deinen eigenen Texten bereits intuitiv machst.
Kurzdefinition
Eine Kolumne ist ein journalistischer Text, in dem eine Autorin oder ein Autor
▸ eine persönliche Sicht auf ein Thema darlegt,
▸ subjektiv, pointiert, oft emotional schreibt,
▸ regelmäßig erscheint (gleiche Rubrik, gleicher Titel),
▸ und Wiedererkennungswert durch Ton, Stil und Haltung besitzt.
Was eine Kolumne ausmacht
▸ Subjektivität - sie darf und soll Meinung sein.
▸ Stimme - der Autor ist präsent, erkennbar, unverwechselbar.
▸ Pointen - eine Kolumne braucht eine klare Spitze, einen Gedanken, der hängen bleibt.
▸ Verdichtung - sie ist kurz, prägnant, auf den Punkt.
▸ Regelmäßigkeit - sie erscheint als Serie, nicht als Einzelstück.
▸ Alltagsnähe - selbst große Themen werden durch persönliche Beobachtung greifbar.
Warum deine Texte perfekt in dieses Format passen
Du arbeitest bereits mit den typischen Bausteinen einer Kolumne:
▸persönliche Perspektive
▸emotionale und sachliche Ebenen im Wechsel
▸Reflexion über Gesellschaft, Identität, Wandel
▸klare Haltung
▸ein wiederkehrendes Thema (Poll, Europa, Generation, Kultur)
Du schreibst also nicht nur über Kolumnen - du schreibst sie bereits.
Eine Kolumne ist kein Bericht - sie ist ein Blickwinkel
Sie erklärt nicht die Welt, sondern zeigt, wie du die Welt siehst.
▸ Sie ist nicht objektiv, sondern ehrlich.
▸ Sie ist nicht lang, sondern konzentriert.
▸ Sie ist nicht distanziert, sondern nah am Leben.
Eine Glosse ist eine kurze, pointierte, oft satirische journalistische Textform, die ein aktuelles Thema humorvoll, ironisch oder polemisch kommentiert. Sie gehört zu den meinungsbetonten Darstellungsformen und gilt als eine Art "Königsdisziplin" des Journalismus, weil sie sprachlich dicht, geistreich und stilistisch elegant sein soll.
Was eine Glosse ausmacht
▸ Kurz & prägnant Eine Glosse ist selten lang - sie wirkt durch Verdichtung.
▸ Ironisch, satirisch, spöttisch Typische Stilmittel sind Ironie, Übertreibung (Hyperbel), Wortspiele, Vergleiche, Parodien. Sie darf zuspitzen - aber nicht plump beleidigen.
▸ Ein klarer Aufhänger Sie braucht einen konkreten Anlass: ein Ereignis, eine Beobachtung, eine Absurdität des Alltags.
▸ Ein überraschender Schluss Oft endet sie mit einer Pointe oder einem kleinen Schlussgag.
▸ Meinungsbetont, aber unterhaltend Sie will nicht belehren, sondern unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Ihr Ton ist spöttisch, elegant, manchmal bissig.
Wozu dient eine Glosse?
▸ Sie kommentiert gesellschaftliche, politische oder alltägliche Themen kritisch, aber leichtfüßig.
▸ Sie deckt Unsitten, Marotten oder Absurditäten auf - oft aus ungewohnter Perspektive.
▸ Sie ist ein Appelltext, der die Lesenden zum Schmunzeln und Nachdenken bringt.
Wo findet man Glossen?
▸ In Zeitungen und Zeitschriften (oft als feste Kolumne)
▸ In Online-Medien
▸ Im Hörfunk oder Fernsehen Beispiel: Das berühmte "Streiflicht" der Süddeutschen Zeitung.
Quelle: albert46 mit digitale Begleitung / 05. August 2026